Die Werke sind in der Schwarzweiß-Fotografie verwurzelt und folgen einer reduzierten, stillen Bildsprache, die von Licht, Schatten und feinen tonalen Übergängen geprägt ist. Landschaften, urbane Räume und Zwischenräume werden nicht als Orte verstanden, sondern als Zustände – als atmosphärische Räume zwischen Präsenz und Abwesenheit.
Die Arbeiten entstehen digital, tragen jedoch eine klar erkennbare analoge Haltung in sich. Der bewusste Umgang mit Kontrast, Körnung und Tonwerten verweist auf klassische fotografische Verfahren und eine Arbeitsweise, die sich Zeit nimmt. Der fotografische Prozess endet dabei nicht mit der Aufnahme, sondern findet seinen Abschluss erst im gedruckten Bild. Der Fine-Art-Print ist integraler Bestandteil der Arbeit und bildet das eigentliche finale Werk. Erst im Print verdichten sich Bildidee, Materialität und Atmosphäre zu einer abgeschlossenen fotografischen Form.
Die gezeigten Arbeiten sind Teil mehrerer langfristig angelegter Serien – darunter Hautes Fagnes – Winter, Northern Blues, Tranquility, Between Light and Shadow
Das Hohe Venn - eines der letzten Hochmoore Europas.
There’s a stark, haunting beauty in the solitude of the North, where the landscape seems to breathe in slow motion. Each image resonates like a whispered confession, revealing a place caught in its own rhythm — a place where time stretches and melodies hang in the air, soaked in blues and longing. It’s not just about capturing a moment, but about embracing the stillness and the quiet spaces in between.
Die Ruhe und Melancholie am Wasser in der dunklen Jahreszeit fasziniert mich schon seit Jahren. Die ersten Bilder aus dieser Serie sind bereits 2010 entstanden und seit dem, wächst sie kontinuierlich.
Dark Days – Maasduinen
An manchen Tagen verschwindet die Welt. Der Nebel zieht auf und macht alles weich – die Dünen, die Bäume, die Gedanken, die man sich nicht ausgesucht hat.
Formen lösen sich auf.
Geräusche verstummen.
Zurück bleibt ein stiller Raum, in dem Vergangenheit und Gegenwart denselben Atem teilen. In Schwarzweiß wird der Nebel zu etwas anderem.
Zu einem Schutzraum.
Zu einem leisen Wiegenlied.
Die Farben treten zurück, und plötzlich bleibt nur noch Ruhe – der gleichmäßige Rhythmus der eigenen Schritte im Sand.
Das sind die dunklen Tage.
Nicht hart. Nicht grausam.
Nur langsam.
Schwer auf eine sanfte Weise.
Tage, an denen man durch die Welt geht und das Gefühl hat, die Welt geht durch einen hindurch.
Und irgendwo in all dem Grau wartet ein kleines Licht.
Ein stilles.
Eines, das nicht ruft.
Eines, das bleibt.
Eine Serie über Nebel und Stille – und über die leise, seltsame Hoffnung, die in beidem wohnt.
Still Returning
Kempen in Schwarz & Weiß
Kempen ist kein Motiv, das ich gesucht habe. Es ist der Ort, zu dem ich immer wieder zurückkehre.
Seit über 25 Jahren fotografiere ich meine Heimatstadt in Schwarz und Weiß. Nicht dokumentarisch, nicht erklärend – sondern lauschend. Straßen, Plätze, Fassaden, Landschaft, Übergänge. Licht, das bleibt. Schatten, die erinnern. In diesen Bildern geht es weniger um Orte als um Zustände. Um das Dazwischen. Um das, was leise ist.
Schwarz-Weiß ist für mich kein Stil, sondern eine Haltung. Farbe tritt zurück, damit Struktur, Rhythmus und Zeit sichtbar werden. Kontraste dürfen atmen, Grauwerte sich entfalten. Viele dieser Bilder sind über Jahre entstanden, oft mehrfach besucht, manchmal erst beim zweiten oder dritten Blick vollendet.
Ein besonderer Teil dieser Arbeit ist der Kempen-Kalender, den ich seit über 15 Jahren jährlich veröffentliche. Er ist nicht nur ein Kalender, sondern ein fortlaufendes Archiv – eine stille Chronik meiner Stadt. Viele Menschen verbinden meinen Blick auf Kempen genau mit diesen Bildern. Reduziert. Melancholisch. Zeitlos.
Alle Arbeiten entstehen digital, tragen aber bewusst eine analoge Seele in sich. Ein Korn wie ein Flüstern. Tonwerte, die sich Zeit lassen. Die Kamera ist Werkzeug – nicht mehr. Entscheidend ist der Moment, in dem ein Bild innerlich ruhig wird.
Der kreative Prozess endet für mich nicht am Bildschirm.
Er endet erst im Print.
Erst das gedruckte Bild verleiht der Fotografie Gewicht, Präsenz und Dauer. Jedes Werk wird deshalb als Fine-Art-Print ausgearbeitet – als stilles, abgeschlossenes Objekt. Ein Bild, das bleibt. Nicht laut. Aber spürbar.
Quiet Colour
Kempen in Farbe
Farbe kam nicht als Bruch.
Sie kam als Erweiterung.
Seit rund fünf Jahren arbeite ich bewusst auch in Farbe – nicht als Gegenpol zur Schwarz-Weiß-Fotografie, sondern als deren natürliche Fortsetzung. Meine Sicht hat sich dabei nicht verändert. Was in Schwarz-Weiß nicht funktioniert, funktioniert für mich auch nicht in Farbe. Und umgekehrt.
Die Farben meiner Arbeiten sind zurückhaltend, gedämpft, ruhig. Sie drängen sich nicht in den Vordergrund. Sie erzählen nicht lauter – nur anders. Oft könnten diese Bilder genauso gut in Schwarz-Weiß existieren. Farbe ist hier kein Effekt, sondern eine zusätzliche Ebene von Atmosphäre.
Auch diese Arbeiten entstehen digital, mit dem gleichen Respekt vor Licht, Übergängen und Stille. Die analoge Anmutung bleibt spürbar – im Umgang mit Tonwerten, in der Zurückhaltung der Palette, im bewussten Verzicht auf visuelle Lautstärke.
Farbe bedeutet für mich nicht Brillanz, sondern Tiefe. Nicht Aufmerksamkeit, sondern Nähe.
Gerade in einer Zeit permanenter Bilderflut bekommt der Print eine besondere Bedeutung. Ein gedrucktes Farbbild verlangsamt den Blick. Es fordert Präsenz. Es schließt den kreativen Prozess ab – leise, aber endgültig.
Schwarz-Weiß und Farbe schließen sich nicht aus. Sie gehören zusammen.
Beides sind Wege, denselben Ort zu sehen. Und dieselbe Stille.
Diese Bilder sind nicht auf Reisen entstanden.
Sie beginnen vor meiner Haustür.
Almost Home zeigt Landschaften rund um Kempen, am linken Niederrhein – Orte, die ich zu Fuß erreicht habe oder mit dem MTB. Wege, Felder, Ränder, Übergänge. Das Naheliegende. Das Vertraute. Die Landschaft, die man oft übersieht, weil sie immer da ist.
Es ist keine Serie über das Unterwegssein, sondern über Nähe. Über den Zustand, nie ganz fort zu sein. Egal, wohin ich gehe oder fahre – ich bin immer almost home.
Die Motive wirken unspektakulär, beinahe beiläufig. Gerade darin liegt ihre Kraft. Keine dramatischen Horizonte, keine großen Gesten. Stattdessen Ruhe. Wiederholung. Ein Rhythmus, der sich mit jedem Schritt, jeder Pedalumdrehung einstellt.
Fast alle Bilder dieser Serie sind mit einer kleinen, kompakten Kamera entstanden – einer Fuji X100, in unterschiedlichen Generationen, aber immer mit derselben Haltung. Keine schwere Ausrüstung, keine bewusste Vorbereitung. Die Kamera ist dabei, weil sie Teil des Alltags ist. Für mich gilt: Die beste Kamera ist immer die, die man bei sich trägt.
Wie in meiner Schwarz-Weiß-Arbeit entstehen auch diese Bilder digital, tragen aber eine analoge Seele in sich. Gedämpfte Tonwerte, zurückhaltende Kontraste, ein leises Korn. Viele dieser Arbeiten sind inspiriert vom Charakter klassischer Farbfilme wie dem Kodak Portra 400 oder dem Kodak Ektacolor Professional 160 – nicht als Simulation, sondern als Gefühl. Farbe darf weich sein. Unaufgeregt. Erdnah.
Viele dieser Motive hätten genauso gut in Schwarz und Weiß funktionieren können. Farbe ist hier keine Behauptung, sondern eine zusätzliche Schicht. Still. Zurückhaltend. Die Sichtweise bleibt dieselbe: Was ohne Lautstärke nicht trägt, trägt auch mit Farbe nicht. Der kreative Prozess endet auch hier nicht am Bildschirm.
Er endet im Print.
Erst als gedrucktes Bild wird aus dem Unterwegssein ein Ankommen. Ein stiller Abschluss. Ein Moment, der bleibt.
Almost Home ist eine Serie über das Gewöhnliche.
Über Landschaften, die man nicht sucht – weil sie einen längst umgeben. Und über das Gefühl, nie weit weg zu sein.
Almost Home ist keine abgeschlossene Serie. Sie ist während der Corona-Zeit entstanden und wird seither fortgeführt – ohne festen Endpunkt. Die Bilder entstehen beiläufig, nach Spaziergängen oder Radtouren, und kommen einfach dazu. Orte tauchen wieder auf, in anderem Licht, zu anderen Jahreszeiten. Nicht zum Vergleich, sondern um Veränderung sichtbar zu machen – in der Landschaft ebenso wie im eigenen Blick. Almost Home wächst mit jedem Zurückkommen. Als fortlaufende Bewegung im Vertrauten.